Ich bin jetzt erst mal da…

… in der Sonnenberg Klinik. Es ist schon verrückt, beängstigend, fremd und doch so vertraut, beunruhigend und doch kann ich gefühlt aufatmen. Ich muss jetzt erst mal nix. Keine Essanfälle planen, nix kochen, nix einkaufen, nix aufräumen, nicht erbrechen. Sondern einfach nur mal schnuppern, Termine bei Ärzten und Therapeuten wahrnehmen und „einfach“ ankommen. Es ist nicht einfach, denn die Gedanken, Zwänge und Süchte nehme ich mit. Doch einfach war es vorher auch nicht. Da war es bequem und vertraut, doch am Ende so enorm unbequem.

Heute habe ich die anderen aus der Gruppe kennengelernt. Alle einiges jünger aber auch echt aufgeschlossen, authentisch und unvoreingenommen. Ich saß im Eingangsbereich wie ein Häufchen Elend, die Tränen flossen nur so und ich dachte gerade den Gedanken zuende „Hier komme ich nie an. Was gäbe ich dafür, schon den Überblick zu haben und die „KONTROLLE“ …. Jaja die liebe Minfuck-Stimme hat ihr bestes gegeben. Doch entweder habe ich nicht böse und abwertend genug geschaut oder die Mädels haben sich an ihr Ankommen erinnert. Denn sie kamen direkt auf mich zu und meinten ob die „NEUE“ sei 😀  Tja das war meine Rettung. Denn schwups bekam die Tschaggaaaa-Stimme wieder mehr Mitsprache – Recht und ich fühlte mich nicht mehr ganz so verloren.

Weiter ging es mit Zimmer beziehen, Bezugsschwester kennenlernen, auspacken und dann——– MITTAGESSEN :O und ich habe mich verrückt gemacht, weil ich dachte ich müsse nun normal essen. Mhhh manche denken, ja klar, ist jetzt so. Doch nein das ist nicht so und ich gebe mir dieses Mal die Zeit. Ich will mich nicht wieder völlig überfordern. So blieb ich beim Wasser. Es war okay für mich. Die Gespräche waren noch etwas gehemmt und in der Gruppe herrschte eine enorme Eigendynamik. Ich empfand es nicht unangenehm noch keine Stellschraube zu sein. Meine Patin ist etwas älter als ich und unser Gespräch nach dem Essen war echt gut. Doch ich merke auch, dass ich außerhalb der Klinik auch soooo tolle Gesprächspartner/innen habe. Schön das so zu merken.

Die Zeit bis zu den Arztterminen nutzte ich um Laufen zu gehen. Wie herrlich es war, wieder in einer vertrauten und lieb gewonnenen Gegend laufen zu gehen. Für mich wieder ein AHA-Moment, ich habe Werte, denn Heimatverbundenheit, Wohlfühlen, Verbunden sein sind mir enorm wichtig. Lange war ich überzeugt, dass ich keine Werte habe bzw. diese nich klar definieren kann.

Meine Therapeutin habe ich heute auch kennenlernen dürfen. Wow es wird spannend. Sie ist so wenig zu durchschauen – das gibt mir Mut und Hoffnung. Denn ich kenne meine Sehnsucht von anderen gelobt zu werden. Das darf alles Teil der Therapie sein. Und in erster Linie ist mein tiefster Wunsch bei mir anzukommen. AUSZEIT, DURCHATMEN, FRIEDEN!

Auch hier merke ich endlich, dass ich in den letzten Monaten so viel an mir gearbeitet habe. Doch trotz Krankschreiben, Auszeit und Ortswechsel konnte ich in den letzten Monaten nicht durchatmen. Ich habe immer noch funktioniert und alle Antennen nach außen gerichtet. Dass ich ja niemanden enttäusche, verletze, belaste und immer wahrnehme was andere brauchen. Das läuft so enorm unbewusst ab, dass ich es gar nicht mehr spüre.

Nun beim Abendessen konnte ich sogar eine kleine Gemüseportion essen. Das freut mich. Vielleicht wird dies heute der erste Tag seit langem ohne Erbrechen. Schön wäre es. Wenn nicht ist es aber auch okay.

In diesem Sinne – auf einen ruhigen Abend.

Ich setze wollen an die Stelle von können

Es ist ein Uhr und ich liege wach. Mich beschäftigt das Coaching gestern, dass ich mit Holger hatte. Ich habe gerade ein Aha-Erlebnis.

Was bedeutet Bestandsaufnahme wirklich?

Ich schaue mir mein Leben an und meine Ergebnisse. Bisher habe ich nicht richtig hinschauen wollen. Trotz hinschauen nicht das sehen wollen was da ist. Verrückt denn es ist da – egal ob ich gerade will oder nicht. Wenn ich es allerdings annehme und wirklich ehrlich aufrichtig hinschaue und es einfach sein lasse, dann habe ich wirklich eine echte Chance auf Veränderung. Ich gebe ein Beispiel: Ich will nicht in Balingen wohnen. Die Realität momentan ist, dass ich in Balingen lebe. Ich will lieber in Ohmden leben. Die Realität ist, dass ich bin krankgeschrieben und lebe in Ohmden. Wozu dient mir nur meine Krankheit=> um zu dem zu kommen was ich will. Bisher funktioniert meine Strategie so wundervoll, ich komme mit Hilfe meiner Essstörung zu meinem Ziel. Ein Grund wieso ich sie noch brauche. Ein weiteres Beispiel: Meine Aussage: Ich ertrage es nicht, bei meinen Großeltern zu wohnen. Die Realität ist: Ich wohne bei ihnen. Also ertrage ich es. Meine Aussage: Ich will keine Lehrerin an einer Regelschule sein, denn das Schulsystem ist schlecht. Alle die im Regelschulsystem als Lehrer arbeiten sind angepasst, nehmen den Staat aus, sind faul und bequem, unterstützen, dass Kinder nur aus Angst, Druck und für gute Noten lernen. Ich sage ja: Ich will keine Lehrerin sein. Realität ist: Ich bin Lehrerin. Was sagt es nun über mich aus: Ich verkörpere auch all dies. Meine Aussage: Ich will keine Essstörung mehr haben. Realität: Ich habe die Essstörung noch. Dadurch, dass ich diese Tatsache aber verleugne und nicht annehme, nehme ich mir die Chance von dem jetzigen Standpunkt aus, voran zu gehen. Ich erkenne das was ist nicht an, lehne es sogar ab. Somit arbeite ich ständig gegen den IST-Zustand und nicht an der Ursache. Wenn ich hingegen sage, „Ich habe die Essstörung und einerseits erfüllt sie ihre Zwecke, andererseits schade ich mir dadurch enorm und ich und mein Umfeld leidet darunter.“ erkenne ich den IST Zustand an und bin in der Lage von da an weiterzugehen. Sage ich hingegen „Ich will nicht essgestört sein.“ bringe ich mich in die Opferhaltung meiner Lage und nehme mir die Handlungsmöglichkeit.

Was hilft ist eine Bestandsaufnahme. Aufschreiben, was der IST-Zustand ist, dabei war ich sehr ehrlich und ich habe trotz wiederkehrendem Scham versucht mich dafür nicht abzuwerten. Denn auch diese Bewertung ändert nichts an der IST-Situation. Nein – sie ist nur eine weitere Strategie, um mich als Opfer meiner Situation zu sehen. Also bleibe ich wo ich bin und ändere auch nichts.

Ich ersetze können durch wollen.

Was ich der unterschied zwischen „Ich kann nicht“ und „Ich will nicht“? Gestern beim Coaching ist es mir sooooooo auf die Nerven gegangen und heute Nacht wurde es mir einfach nur bewusst. Wahnsinn. Ich nehme mir durch „Ich kann nicht“ jegliche Handlungsoptionen, ich übernehme keine Verantwortung, bin Opfer und habe Ausreden für mein Nicht-Handeln. Doch ehrlich gesagt steckt dahinter, dass ich nicht will. Und diese Weisheit ist jetzt nicht die Neuerfindung und ich wusste das auch schon lange, doch durch das Coaching gestern habe ich es wirklich begriffen. Auch hierfür ein paar Beispiele;

Ich kann mich nicht lieben. => Ich will mich nicht lieben.

Unterschied: Die erste Aussage ist unveränderlich und Außenstehende bekommen sogar noch Mitgefühl für dich. Sie versuchen dich umzustimmen, übernehmen quasi für mich die Ursachenforschung, geben dir Gegenargumente => Andere agieren für dich.

Die zweite Aussage wirkt erst mal hart, andere sind eher abgeschreckt und wenden sich vielleicht sogar ab. Doch das wichtige hierbei ist, dass ich mir über meinen Standpunkt bewusst bin und fragen kann, wozu es mir dient, mich nicht zu lieben. Welche Ergebnisse erzeuge ich damit? Und dann kann der nächste Schritt sein, das „nicht“ zu einem noch nicht zu verändern, mit dem Ziel das „nicht“ entweder ganz rauszunehmen oder weiter Formulierungen zu finden, wie z.B. Ich will mich lieben und ich geben jeden Tag alles dafür, mich mehr und mehr zu lieben.

 

Ich kann nicht mit Geld umgehen => Ich will nicht mit Geld umgehen.

Unterschied: Bei der ersten Aussage schwingt wieder eine Entschuldigung, eine Ausrede mit. Ich übernehme nicht die 100% -ige Verantwortung für meine Situation. Somit nehme ich mir auch die Chance etwas zu ändern.

Die zweite Aussage ist wieder krass, doch ich kann auch hier wieder fragen „Wozu dient es mir“. Mein Vater unterstützt mich, er verzichtet für mich auf etwas, ich bekomme Zuwendung und das Gefühl wichtig zu sein. Diese Einsicht ist heilsam, denn dann kann ich wieder wählen. Da spielen Glaubenssätze auch eine enorme Rolle, wie zum Beispiel: Du musst dir dein Geld hart verdienen. Es gibt nie genug Geld. Menschen die viel Geld haben müssen auf vieles (Freizeit, Familienleben, Erholung) verzichten.

Ich kann für mich formulieren: Ich will lernen mit Geld umzugehen, denn ich will schuldfrei sein. Geld ist neutral. Geld sagt nichts über meinen Wert aus. Ich will finanziell frei sein. Ich will eine Beziehung zu meinem Vater, die frei von Materiellem Wert ist.

 

Ich kann …. einfach nicht verzeihen => Ich will … einfach nicht verzeihen.

Wieso will ich nicht verzeihen? Welchen Nutzen habe ich davon? Ich muss mich nicht fragen, welchen Teil ich zu dem Ganzen beigetragen habe. Wenn ich verzeihe, dann löse ich eine Bindung zum Gegenüber. Ich lasse los. Gehe ins ungewisse. Und ich muss mir eingestehen, dass der andere alles so gut gemacht hat, wie er konnte. Nun habe ich keinen Schuldigen mehr und auch keine Ausreden mehr. Ich bin selbst Schöpfer meines Lebens. Dann trage ich alleine die Verantwortung für meine Ergebnisse. Doch ich kann auch endlich mein Leben in die Hand nehmen und gestalten.

 

Für mich ist der WILLI definitiv geboren und nicht gestorben.

Eure Verena

Wer bin ich ohne die Essstörung?

Diese Frage beschäftigt mich zwar schon seit langer langer Zeit, doch nun letztendlich konnte ich die Frage nur individuell zu meiner aktuellen Situation beantworten. Da ich meine Essstörung lange als Schande, Fehler, Missglück und Feind betrachtet und auch so behandelt habe, war ich immer in der Ablehnung. Wenn ich dann mal gesund bin, dann bin ich was Wert, dann habe ich wieder ein gutes Verhältnis zu anderen, dann kann ich den Fokus auf anderes richten, dann kann ich eine Partnerschaft eingehen, dann kann ich mich ehrlich mit all meinen Seiten zeigen…. Ja isssss klaaaaaar – Frau Holle (gell Tina 😀 )

Seit ich aber mich mehr und mehr auch traue, mich in der Öffentlichkeit zu zeigen, mich auch mit der Essstörung zu zeigen und mich dafür nicht mehr abwerte, ja seitdem kann ich doch auch im hier und jetzt ab und an sagen: Ja Verena so verkehrt bist du gar nicht.

Anlass war eine Instagram-Nachricht von einer meiner Schülerinnen. Sie meinte, dass sie mich vermisse und es einfach nicht mehr so wäre ohne mich. Ich sei mehr als nur eine Lehrerin und ohne unverschämt zu sein, fast wie eine Freundin. Tja da werden nun einige kritische Stimmen – auch meine eigene – schreien „Was? EINE FREUNDIN???? Das geht doch nicht. Ich bin schließlich eine Autoritätsperson und da kann ich keine Freundin sein…!“

Doch ich kann und ich will. Ja ich habe in der Krankheitszeit mehr und mehr gemerkt, dass ich so bin. Ich bin nicht die Lehrerin, die Lernen mit Strenge und Druck, Stress und Angst verbindet oder die für Zucht und Ordnung steht. Ja ich bin verpeilt 😀 auch dafür habe ich mich lange geschämt. Heute sage ich, diese Verpeiltheit, zeigt auch meine special effects und meine ist ein Ausdruck meiner Kreativität und Freiheitsliebe.

Was bin ich noch? Ich bin sehr sensibel – hochsensibel ist der neumoderne bzw. (Fach-)Begriff. Ja ich spüre sofort, wenn zwischen Menschen eine Spannung herrscht, wenn eine ungute Stimmung im Raum ist, wenn Missgunst, Neid und Intrige im Raum ist. Für mich und diese Energien echt anstrengend, da ich sie sofort aufnehme und versuche dagegen anzugehen. Doch das raubt mir soooo viel Energie. Ja klar läster ich auch und schimpfe, doch selbst dafür verurteilte ich mich. Ich möchte nunmehr dahin kommen, dass diese Gefühle von Wut, Ärger, Trauer, Zorn, Neid, Eifersucht okay sind und da sein dürfen. Ich habe sie mir immer verboten und mich dafür verurteilt.

Angst, Kontrolle, Disziplin, Auflehnung, nichts mehr annehmen können, Selbstablehnung, Hungern, Fressen, Kotzen, Leisten, Misstrauen, Missgunst, Neid _ all das begann ich zu verkörpern und als Teil meines Seins zu machen. Doch wieso?

Was ist schlimmer als diese negativen Gefühle? Es ist die Ungewissheit, die Enttäuschung, die Verletzung, die Ablehnung, das Nicht-gesehen-werden, die Ambivalenz, die Unsicherheit. Denn jede Zurückweisung ist ein Stich, eine neue Wunde im Herz. Es geht mehr und mehr das Vertrauen in einen selbst und in die Menschheit verloren. Dieser Schmerz und diese Enttäuschung, wenn man an sich glaubt und diese Freude, diese Liebe und dieses Urvertrauen zerstört wird, das hat mein inneres Kind so krank gemacht.  Also von nun an lieber nach der Überzeugung leben „Du bist falsch, schlecht, „behindert“, anders, nie gut genug.“ Das ist wenigstens ein Anker. Genau wie die Essstörung, die meine Kontinuität war /ist.

Unbewusste Inkopetenz: Check

Bewusste Inkompetenz: Check

Bewusste Kompetent: …. Im Aufbau

Wie sieht dieser Aufbau aus? Stein für Stein …

Ein erster Stein ist Mal mir klar zu machen welche Eigenschaften ich mir zuschreibe…

Ich bin humorvoll, spontan, sprunghaft, schnell zu begeistern, aktiv, engagiert, hilfsbereit, chaotisch, impolsiv und ich brauche sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit. Bislang war ich es gewohnt mir diese Aufmerksamkeit über Krankheit, negatives Verhalten, angepasst und zuvorkommend sein, „Unproblematisch“ (war nieeeeee so auch wenn ich immer wollte) sein, leistungsorientiert und dennoch sehr hilfsbedürftig insbesondere finanziell, andersartig sein zu holen. Tja doch nun habe ich echt auch sooooo große Lust einfach nur ein ganz normales Leben zu führen, klar normal auf meine Art und Weise und nach meinen Werten doch einfach weil ich ich bin. Ich möchte glücklich sein, lieben und leben. Als Kind war ich ein Sonnenschein, komplett unvoreingenommen, warmherzig, lustig, furchtlos, einfach ich. Da möchte ich wiesder hin!!!

 

Ich möchte immer gerne helfen, für andere da sein, andere stärken. Das ist eine Eigenschaft, die ich unglaublich an mir mag und die auch im Lehrerjob sehr gut einsetzen kann. Dabei darf ich noch lernen, Grenzen zu setzen und mich dabei nicht aus den Augen verlieren.

Ich bin sehr emotional. Ja. Lange lange habe ich alle Emotionen mit Essen und Kotzen weggemacht. Mein Glaubenssatz war lange Zeit, dass meine Emotionalität eine Überforderung für Menschen ist. Na klar kann es anstrengend sein, doch auch wundervoll. Denn dadurch bin ich authentisch, kann sehr enge Beziehungen herstellen, kann mein Umfeld motivieren, Enthusiasmus verbreiten und insbesondere starke in sich ruhende Männer können sich in ihrer Rolle als Beschützer, Versorger zeigen und mich wieder „erden“.

Ich bin offen, verständnisvoll, warmherzig und habe eine positive Ausstrahlung. Außerdem kann ich mich sehr gut in anderen Menschen hineinversetzen, habe sehr viel Verständnis und kann mit den meisten „Scheiß-“ Situationen irgendwie umgehen.

Ich bin sportlich, diszipliniert (beim Sport), aktiv, musikalisch und kreativ,
Ich stehe gern auf einer Bühne und begeistere Menschen mit meiner Stimme (bisher habe ich mir das noch nicht gestattet).

Ich habe noch nicht gelernt mit Geld umzugehen. Es lag nie am Geld verdienen, sondern immer daran es bei mir zu behalten. Menschen mit Geld waren für mich immer sehr geizig, hart, mächtig, hatten keine Zeit für Familie, waren nicht sozial… .

Ich kann sehr sprunghaft, unzuverlässig, wankelmütig, unkonzentriert und entscheidungsscheu sein. Oha dafür habe ich mich auch immer so geschämt. Wie kann ich nur… was sagen die anderen… Auf dich kann man sich nicht verlassen, du weißt nicht was du willst, bleib doch mal bei einer Sache… Aha so wundervolle Glaubenssätze 🙂 dabei weiß ich heute, dass es tipabhängig ist und dass es es überhaupt nicht schlimm ist, sich für verschiedene Dinge zu interessieren. Und wenn ich immer daran glaube unzuverlässig zu sein, tja dann muss ich wohl auch den Beweis liefern. Doch so ist es nicht. Wenn ich für eine Sache brenne, wenn ich für etwas einstehe und es mich tief im Herz berührt, dann bin ich aber zu 1000000% zuverlässig. Die Mehrzahl der Menschen hat einfach gelernt, zu gehorchen und Dinge „abzuarbeiten“/“abzuarbeiten“ weil es sich so gehört. Ja ist doch auch okay, darf jeder handhaben wie er will. Doch wieso ist das eine gesellschaftstauglich und das andere nicht?

Ich liebe es zu Kuscheln, ich liebe die Natur, ich liebe es Kinder um mich zu haben, ich liebe Tiere und ich liebe es einfach auch mal faul zu sein.

Seit letztem Jahr bin ich großer Fan von Meditation und Dankbarkeit, Schreiben und auch Austausch mit Menschen, die ähnlich ticken. 🙂

Also da ist doch einiges vorhanden. Nun werde ich mir das jeden Tag durchlesen und mich darin bestärken.

Habt noch einen grandiosen Sonntag.

Ach ja da fällt mir ein – ich hasse Abschiede 😀 gell Tommy

😛 da ging schon in der Grundschule los, bei meinen Aufsätzen, als meine Deutschlehrern meinte: toller kreativer phantasievoller Aufsatz doch das Ende war völlig unschlüssig und viel zu überstürzt 😀 so nun auch dieser Schluss.

Von Herzen Verena und einen Kuss

Das Leben hält so viele Wunder bereit…

… heute beim Laufen hatte ich mehrere so tiefgreifende Erkenntnisse mitsamt Gefühlsausbruch 😀

Zum einen habe ich mich an einen Satz von meiner lieben Freundin Verena (nicht ich :D)  erinnert, die meinte „schreibe deine Geschichte doch mal neu“. Ich habe das natürlich  getan, so gut ich es zu diesem Zeitpunkt konnte. Heute ist ein neues Puzzlestück hinzugekommen. Dafür bin ich unendlich dankbar. Langezeit habe ich mir die Geschichte erzählt, dass ich es meiner Mama nie recht machen konnte, sie mich nicht liebte so wie ich war und es in ihren Augen nie gut genug war. Vorhin habe ich die Situationen anders sehen können, nämlich welche unendliche Stärke ich daraus gewinnen durfte. Ich habe durch dies lernen dürfen in mich zu horchen, unabhängig von dem was im Außen ist. Es ist egal, ich kann immer und überall mein Glück finden und bin vom Außen nicht abhängig. Dadurch habe ich viele schwierige Aufgaben, Herausforderungen, die kaum machbar erschienen, doch gemeistert. Natürlich suchte ich im Außen immer nach diesen Extremen, um mir was zu beweisen. Doch ich habe dadurch viel Stärke, unerbittliche Willenskraft und Disziplin gelernt. Meine Mama wollte damals sicher, dass ich mich nicht so sehr nach anderen ausrichte und vergleiche, sondern vielmehr abwäge, was wirklich zu mir passt und mir gehört. Und das kann ich sehr sehr gut. Nun gilt es von heute an, dieser Stimme, Intuition mehr zu glauben und dieser zu vertrauen. ### DANKE liebste Mama!!!

Ein weiterer AHA-Moment war, dass ich erkannte, wieso ich in Klinikaufenthalten stets keine Essanfälle hatte. In meinem Leben war immer wichtig, dass ich angepasst bin und unauffällig. Wenn ich diese „Aufgabe“ gut gemacht habe, fühlte ich mich geliebt und als Mensch bestätigt. Ich hatte etwas gut gemacht => Lob, Anerkennung, geliebt fühlen, gesehen werden… . Nun in der Klinik gab es klare Regeln, klare Rahmenbedingungen, Strukturen und „Aufgaben“. Ich verhielt mich stets als außerordentlich strebsamer Patient, bekam Aufmerksamkeit, kaum Kritik und wenig Zweifel an mir als Person. Von Außen gab es also wenig Störfaktoren. Ich konstruierte mir eine Welt, in der alles in Frieden, Ruhe, Verbindung und Liebe war. Dieser Zustand kann sich jeder Mensch, der über ausreichend Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit, Kritikfähigkeit, Selbstliebe verfügt in gewisser Weise aufbauen. Es ist ein aktiver und sicher nicht ganz leichter Weg, doch es geht. In der Kindheit waren Regeln sehr schwammig, Konsequenzen gab es selten bzw. waren überzogen und daher nicht möglich einzuhalten, ich erfuhr wenig Sicherheit  bzw. sie war gefährlich. Wieso? Weil es unmöglich war, alle Regeln einzuhalten und die Konsequenzen waren nicht transparent. So fühlte ich mich stets unsicher. Dieses Gefühl habe ich heute auch noch im Lehrerjob. Es ist eine sehr tief sitzende Angst, die nichts mit dem Jetzt und Hier zu tun hat und doch sehr über mein Denken, Fühlen und Handeln bestimmt. DOCH ZURÜCK zu meiner Erkenntnis. Es ging mir in der Klinik so gut, weil ich mich „sicher“ gefühlt habe. Ich brauchte keine „Angst“ haben und konnte mich so voll und ganz auf meine Bedürfnisse konzentrieren. Ich hatte Zeit und Raum mich nur um mich zu kümmern und das war auch noch ärztlich verordnet. Ich hatte quasi die Erlaubnis.

Es geht also darum mir die Erlaubnis im Alltag zu geben, mich um meine Bedürfnisse zu kümmern, dafür einzustehen, meine eigenen Regeln aufzustellen und mich daran zu halten, unterscheiden lernen, was wirklich Fehler sind, die ich nicht machen darf (z.B. gegen die Menschenwürde, gegen das Gesetz…) und welche Fehler menschlich sind, es geht darum mir Bereiche zu erschaffen, die mich als Mensch stärken ohne Kritik und Widerspruch bzw. ich als Person etwas bewirken kann und dienlich bin(z.B. bei Tiere, Sozialen Engagements). Ich möchte das Leben im Hier und jetzt leben, loslassen lernen, wieder Vertrauen aufbauen, Beziehungen mitgehalten, lachen, lieben, Sex haben, Spaß haben und das Essen genießen.

LOS GEHTS! HERE I GO ❤

Die einen sagen so, die anderen so. Doch was sage ich?

Hoppla, erwischt. Ja es gibt die einen Meinungen, die davon überzeugt sind, dass ich meinen Weg gehe. Die anderen sehen es etwas kritisch, insbesondere die Menschen, die nichts von alternativen Heilungsmethoden, Selbstheilung überzeugt sind, vielmehr aber an die Schulmedizin, Medikamente und klassische Methoden glauben. Und beide Positionen sind auch in mir vertreten. Doch was bin ich? Was denke ich? Was ist mein Weg?

Heute morgen nach dem Aufwachen waren wieder sämtliche Stimmen laut. Die Kritikerin, die Zweiflerin, die Hoffende, die Realistin, die Träumerin, die Optimistin—- es gibt noch viele weitere Stimmen. Ich habe mich gefragt, wieso ich immer Grenzerfahrungen brauche, wieso ich von einem Extrem ins andere komme, wieso mir Sicherheit so fremd und unangenehm ist… Es gibt auch hier nicht die eine richtige Antwort, doch ich habe für mich herausgefunden, dass mir Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit völlig fremd ist. Ich habe es nie erleben dürfen, vielmehr habe ich Unsicherheit, Missverständnisse, Scheinheiligkeit, Manipulation, schwankende unsichere Grenzen. Ich war stets angepasst und nach Außen orientiert. Mein permanenter Fokus nach Außen hat mich weggeführt von dem was ich will. Daher ist es zur Zeit so enorm herausfordernd für mich, wirklich zu fühlen und zu checken was ich will. Wer bin ich? Was will ich? Was brauch ich? Durch meine Ungeduld und meinen hohen Anspruch an mich will ich es natürlich sofort wissen. Und doch suche ich mir ständig Situationen, Bedingungen, ein Umfeld, das mir irgendwelche „Grenzen“ aufzeigt, die ich meistens nicht gut finde. Somit habe ich die Möglichkeit mich zu reiben. Ich kann dadurch herausfinden, was ich nicht will. Doch mein Ziel ist es, irgendwann mir ein Umfeld und ein Leben aufzubauen, das mir entspricht. Bisher gelingt es mir noch nicht, da es mir so unsicher erscheint. Ich habe Angst davor. Lieber begebe ich mich in Konflikte, Reibungen, Ablehnung, Streit… weil ich diese Gefühle kenne.

Wie sieht das im Alltag konkret aus? Ich mache Triathlon, ein Sport der viel fordert, der viel Einsatz, Disziplin, Anstrengung und auch Ergebnisse liefert. Ich komme an meine Grenzen, spüre meinen Körper, fülle meine Lunge mit frischer Luft und ich fühle mich lebendig. Ich kann meine Gedanken für einige Zeit ausblenden und bin im Körper. Außerdem bin ich Lehrerin in einem starren System, das ich an einigen Stellen stark anzweifle, nicht damit in Einklang bin und so stark in Widerstand bin, dass ich mich gar nicht entfalten kann. Ich bin so stark im Außen, versuche mich einzufügen und weiß tief im Inneren, dass ich nicht passe. Doch kann ich als Verena dennoch eine gute Lehrerin sein? Kann ich meine Persönlichkeit einbringen, anecken und dennoch tragbar sein für das System? Ja mit Sicherheit, doch erlaube ich mir das? Halte ich diese Reibung aus? Bin ich stark genug? Bisher nicht…. Ich lebe in einem Umfeld, das sehr konservativ, eingefahren, angepasst, „beschränkt“ ist und sperrt sich vor Neuerung und Veränderung. Und auch da bin ich wieder stark im Außen, denn ich kann das Außen nicht ändern. Sobald ich mein Umfeld so stark kritisiere und ich dem ganzen so viel Macht gebe, gehe ich aus meiner Verantwortung. Und das merke ich auch sehr sehr stark. Ich möchte noch nicht die volle Verantwortung übernehmen. Es ist im ersten Moment viel angenehmer, leichter und bequemer die Schuld im Umfeld, im Job, in der Krankheit zu sehen. Doch im Prinzip mache ich mich abhängig, ich nehme mir die Chance etwas zu ändern. Und daher will ich mehr und mehr die Verantwortung für mich, mein Denken, Handeln und mein Leben zu übernehmen. Das wird sicher spannend.

Ich habe noch keine Ahnung, was da auf mich zukommt, ich habe noch keine Ahnung wie ich zu einem Leben komme, das ICH will, ich habe noch keine Vorstellung was ich will, doch ich weiß, fühle, bin überzeugt, dass ich es schaffe, dass ich da hin komme. Wie? Ich weiß es nicht! Woher auch, bisher habe ich mein Leben nicht so geführt. Wozu hat mir mein bisheriges Verhalten, Denken und Handeln gedient? Ich konnte mich hinter meiner Krankheit verstecken, ich bekam Aufmerksamkeit, ich hatte gefühlt eine Sicherheit, es war bequemer, ich musste nicht die volle Verantwortung übernehmen, ich musste nichts wagen, ich erschuf eine Distanz zu Menschen und habe mir eingebildet dadurch nicht verletzt, enttäuscht und manipuliert zu werden, ich hatte meine Illusion/ meine eigene Welt, ich dachte Kontrolle zu haben und auch ein Stück weit Macht.

Wie stelle ich mir mein Leben vor? Ich lebe in einer Partnerschaft, die auf Augenhöhe, Liebe, Vertrauen, Offenheit und Ehrlichkeit basiert. Ich arbeite jeden Tag an mir und meinem Glück, ich übernehme zu 100% Verantwortung für mein Leben, ich bin achtsam und gnädig mit mir. Ich erschaffe Raum für Menschen, sich selbst wieder kennenzulernen, zu lernen, an sich zu glauben und in Gemeinschaft und Liebe zusammen zu sein. Ich lerne täglich dazu, ich wähle Liebe anstatt Angst, ich bin neugierig und offen für alles was kommt. Ich habe tolle Freundinnen und Freunde, mit denen ich eine schöne Zeit verbringe. Ich diene anderen Menschen. Ich lebe getreu meinen Werten Freiheit, Liebe und Inspiration. Ich bin finanziell frei und habe alle meine Schulden abbezahlt. Ich bin gesund, vital und voller Lebensfreude.

Dies war mein letzter Artikel, den ich öffentlich bei Facebook geteilt habe. Die kommenden Posts sind auf meinem Blog zu finden, also wen es interessiert, wie ich meinen Weg gehe, der/ die darf gerne hin und wieder auf meinem Blog vorbei schauen.

Allen eine besinnliche, friedvolle Adventszeit.

Eure Verena

A Drop in the ocean

Liebe ich mich oder hasse ich mich? Verurteile ich mich oder vergebe ich mir? Wieder einmal wache ich auf und fühle mich elend. Ich habe Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und dazu noch ekelhafte Gedanken. HAAAA wieder nicht geschafft, gestern mal wieder Essanfälle und Erbrechen … Den Tag über schön durchgehalten und auf dich geachtet und dann Abends – war ja klar – schön ungesundes Zeug in dich hineingestopft. Schon beim Einkaufen war klar, dass ich es nicht schaffe. Eigentlich schon den Tag über… Zu wenig gegessen, die Überzeugung es nicht zu schaffen, negative Gedanken und Überzeugungen, den Druck, dass so tolle Menschen mir Mut zusprechen, an mich glauben…. Da kann ich ja nur versagen. Denn wer bin ich schon???

Ja diese Gedanken schon am frühen Morgen 😀 wer wacht da nicht gerne auf und startet dann auch noch voller Elan in den Tag? Da kann noch so traumhaft schön die Sonne scheinen.

Nach ein paar Yoga-Übungen, HO’OPONOPONO, Meditation und viel Wasser geht es schon besser. Ich habe mich für VERGEBEN und LIEBEN entschieden. Henry Ford hat dazu so viele schöne Zitate, u.a. Suche nicht nach Fehlern, um an ein Heilmittel zu kommen. ODER Ganz gleich, ob Sie denken, Sie können etwas oder nicht, Sie haben recht. Daher werde ich meinen Weg weiter gehen und Erfahrungen sammeln. Und ich weiß, dass ich es schaffe.

Heute möchte ich noch achtsamer mit mir sein und meine Stärken sehen. IMG_2047

Mein selbstgenähter Pulli 🙂

 

Genießt die wundervolle Sonne und lasst euch wärmen!

 

Nikolausgeschenk an mich

Guten Morgen 🙂

Heute Morgen bin ich mit einer so klaren Erkenntnis wach geworden, dass ich es in jeder Zelle gespürt habe. Es wird Zeit aufzustehen, für mich einzustehen und nicht mehr meine Essstörung vorzuschieben. Ich darf mich auch ohne Krankheit abgrenzen, meine Meinung vertreten, Nein sagen und „anders“ sein. Diese Krankheit hat so lange dafür gedient, Dinge die gegen meine Werte sprechen, unverständliches, ungutes HINUNTERZUSCHLUCKEN. Ich habe dadurch durchgehalten, ausgeharrt und bin nicht durchgedreht. Jeder Mensch bekommt mit, was gut für ihn ist, die sogenannte Intuition und das wohlige Bauchgefühl. Dies wird uns aberzogen und wir entfernen uns mehr und mehr von uns selbst. Es sei denn wir bekommen als Kind mit, dass wir wundervoll und perfekt sind, so wie wir sind. In vielen Familien sind jedoch Schicksalsschläge, Tod, Krankheiten… die dazu führen, dass Angst, Misstrauen, Ablenkung vorherrschen. So auch in meiner Familie. Es begann schon vor meiner Geburt. Ein junger Arzt meinte zu meiner Mutter, dass ich zu 90% behindert zu Welt kommen würde, da mein Gehirn zu wenig Sauerstoff habe. Nachdem dieser IRRTUM nicht eingetreten ist und ich mit voller WUCHT als Sturzgeburt zur Welt kam, verstärkten sich bei meiner Mutter wieder die Depressionen. Sie konnte nicht so für mich da sein, wie ich es als POWERBÜNDEL und doch SENSIBELCHEN gebraucht hätte. Ich war zwar ein Sonnenschein und von allen sofort gern gehabt, doch in mir war stets das Gefühl „falsch“ zu sein. Durch meine Hochsensibilität spürte ich immer schon sehr sehr schnell, wenn Spannungen in Beziehungen sind, Ungerechtigkeit vorherrscht und Menschen gegen ihre Natur leben. Mehr dazu an einer anderen Stelle…

Weiter mit meiner Erkenntnis. Mein Lebensweg führte mich hin zu vielen Stationen, in denen ich erkennen durfte, dass ich neue Wege einschlagen darf, weil ich sonst mich selbst zu sehr verliere. Sei es, als ich alleine in meiner Wohnung in Ötlingen vor mich hin siechte oder die Ausbildung als ReFa abbrechen durfte… Jedes Mal folgte ein Klinikaufenthalt und die Erkenntnis. Ja auch dieses Mal soll ein Aufenthalt die Lösung sein… Für mich? oder für andere? Weil sie sich nicht zu helfen wissen mit mir? Mhhh tief in mir weiß ich, dass ich wieder mal die Krankheit vorschiebe, um aus der Situation „unbeschadet“ herauszukommen. Doch dieses Mal möchte ich all meinen Mut zusammen  nehmen und mit erhobenen Hauptes hinausgehen. Ich darf einsehen, dass mein Weg nicht der gewöhnliche ist, ich bin anders und das ist okay. Meine Mission ist es wohl Wahrheiten auszusprechen, die sich viele nicht trauen zu sehen oder zu sagen. Ich darf endlich sehen, wie stark ich in Wirklichkeit bin und dass ich meine Stärke meinem Körper zurückgeben darf. Ich darf gesehen werden und ich habe diesen starken Körper bekommen um auch dem Gegenwind, dem Widerspruch und den Zweiflern standzuhalten.

IMG_2041

Gestern habe ich mit einer lieben Freundin (DANKE<3 Katrin) telefoniert, die sich bei mir auf diesen Blog-Artikel gemeldet hat. Sie hat mich darauf gebracht, dass das wichtigste im Leben ist, uns selbst glücklich zu machen. Ja und ich begebe mich nun wieder auf den Weg. Auch habe ich gemerkt, dass es einige Menschen da draussen gibt, die meine Meinung Wert schätzen und auch meine Andersartigkeit. Die anderen können mir egal sein, bzw. als Spiegel. Denn diese Gegenstimmen sind/waren auch in mir.

Ein weiterer AH-Effekt war (zwar wusste ich es lange schon, doch habe ich es nie so intensiv gefühlt wie heute), dass ANGST so mächtig ist. Ja und die meisten sind aus Angst getrieben, Angst ohne den Job die Familie nicht versorgen zu können, Angst mit schlechten Noten keinen guten Job zu bekommen, Angst den Partner zu verlieren, Angst zuzunehmen, Angst Angst Angst …. Doch ich möchte zukünftig durch die Angst und in die Liebe. Denn ich bin tief in mir überzeugt, dass alles was ich aus Liebe mache Tausendmillionen Fach besser für mich und andere ist, als aus Angst getrieben. Das heißt nicht, dass ich die Angst ausblende und komplett „angstfrei“ sein kann. Vielmehr möchte ich durch die Angst gehen, trotz Angst Dinge angehen und sehen, dass ich überleben kann. (So auch der Artikel… 😀 )

Wie geht es weiter? Ich habe meine Schränke und meinen Kühlschrank ausgemistet. Alles frei gemacht von Zuckerhaltigen Lebensmitteln und Altballast. Ich möchte ihm in den kommenden dreißig Tagen nur noch unverarbeitete, zuckerfreie Nahrung zumuten und ihm gutes tun. Ich möchte darauf achten, dass ich ihm Gutes tue. Zucker ist ein Suchtmittel, das ein enormer Einfluss auf die Essstörung hat. Außerdem bin ich schonungslos ehrlich zu mir und auch zu anderen ehrlich und dennoch gewaltfrei. Ich möchte lernen gewaltfrei zu kommunizieren, mir besser zuhören zu können und mich zu lieben. Ich freue mich so sehr auf diesen Weg.

IN LIEBE VERENA

Wohin mit mir?

Heute war ein gute Tag. Was heißt das? Naja ich habe lange geschlafen, danach mir meine Zukunft „erträumt“, versucht ganz klar Visionen dazu zu entwickeln und direkt das Gefühl dazu zu fühlen. Im Anschluss war ich laufen, hab einen Pulli genäht, Yoga gemacht und kaum Geld ausgegeben. Doch die Unsicherheit, die Trauer darüber alleine zu sein, haben mich abgehalten mit mir glücklich zu sein. Ich hing stattdessen in Gefühlen fest, wie Einsamkeit, Ängste, Trauer und Hoffnungslosigkeit. Meine Gedanken kreisten darum, wie soll es weiter gehen? Will ich hier bleiben? Will ich weiterhin Lehrerin sein? Kann ich überhaupt wählen oder lässt mir meine finanzielle Situation keine andere Wahl? Ist es wieder das gleiche Schema, das ich mein Leben lang schon abspiele? Ich habe versagt, da ich finanziell ruiniert bin, meinen Job nicht gut mache, keine sozialen Kontakte habe, mich unwohl fühle und gefangen in mir bin. Aufgrund meines Versagens muss ich gehen, ich bin hier nicht mehr „sicher“, ich kann das nie wieder gut machen… All das sind Muster, Gedanken, Überzeugungen, die mich immer wieder gegen die Wand rennen lassen. Doch deute ich das nun als „schau mal genau hin, bleib dran und mach es dieses Mal anders“ oder anscheinend bin ich immer noch nicht angekommen und ich hab mich in eine Sackgasse manövriert. Es ist hier noch nicht mein  Place to be, mein Job und hier sind nicht meine Leute…. Manchmal glaube ich durchzudrehen und ich brauche endlich eine Aufgabe. Wenn ich dann eine Aufgabe habe, ist diese nicht machbar, blöd oder nicht die richtige.

Wieder zurück

… so lange war ich nun untergetaucht. Weg. Im Sumpf. Morast. Gefangen in meinen Gedanken, Selbstvorwürfen, Ablehnung und Träumen wie es besser sein könnte… . Ich habe an einem Wochenendseminar „Contextuelles Coaching“ teilgenommen, versucht in der Schule 180% zu geben, die Sinnlosigkeit meines TUNs versucht schön zu reden und mich mehr und mehr an die Essstörung geklammert. Die Sucht war mein EIN UND ALLES. Jeden Abend habe ich mir ein Festtagsmenü gekocht, ob ich Lust hatte oder nicht. Dadurch trieb ich mich in den finanziellen Ruin, forderte alle meine Kraft  und darüber hinaus. Außerdem ging ich nicht mehr aus, versagte mir jeden Kontaktversuch, Chorbesuche, denn ab spätestens 19 Uhr wurde Großkotztrotzkind so laut, dass ich nachgab. Nun war alles erlaubt, jegliches Schlemmen, kein Funktionieren, keine Disziplin, FRESSEN, KOTZEN – egal wie ich und die Küche danach aussahen. Bin ca. 22 Uhr ging das so, nebenbei einen doofen Film, Sendungen über Essen oder verblödende Serien. Wenn mir nicht völlig elendig zu Mute war, habe ich noch aufgeräumt. Dann war das Gefühl am Folgetag zumindest nicht ganz so erniedrigend. ###

Am nächsten Morgen wache ich dann auf, fühle mich fürchterlich, sehe keinen Sinn im Leben, habe keine Energie für den Tag und doch stehe ich auf. Die Wohnung fertig aufräumen, putzen, Spülmaschine ausräumen, Klo putzen…. Diese tägliche Routine geht mir sowas von auf die Nerven und ich bin wütend auf mich. ###

Doch wieso tu ich es dann heute Abend wieder? Zum Einen ist es derzeit eine Routine, die mir Sicherheit und Beschäftigung gibt. Klingt komisch, doch es ist so. Auch ich strebe nach Struktur und Zuverlässigkeit. Alles andere in meinem Leben scheint mir so wirr, unzuverlässig, unvorhersehbar und unsicher – somit auch gefährlich. Natürlich ist es quatsch, rational betrachtet. Doch meine Zellen, mein körperlicher Speicher arbeitet noch nicht so gut mit meinem Verstand.

Wieso schreibe ich darüber? Weil ich aus der Heimlichkeit und der Lüge, aus dem alles ist gut Schiene aussteigen will und neue Wege gehen möchte. Ich möchte es durchbrechen und alternative Lösungen finden. Nur ich kann diesen Schritt gehen, sei es alleine für mich zuhause, alleine mit Hilfe einer stationären Behandlung oder doch wieder umkehren, wegschauen und auf den gewohnten sicheren Weg der Essstörung. Ich möchte auch anderen, denen es so geht wie mir Mut machen, sich zu öffnen. Wir sind nicht alleine, wir sind nicht schlechter als andere, wir sind nicht unfähig, undiszipliniert oder eklig sondern wir sind derzeit noch in einer, für uns sehr schädliche Verhaltenssucht. Doch aus jeder Sucht gibt es Wege hinaus. Wir suchen Liebe, Verständnis, Vertrauen, Sicherheit, Barmherzigkeit, Gnade, Zugeständnisse, Sanftheit, Genuss, Raum, Bestätigung… ALL DIES KANN UNS JEDOCH DAS ESSEN/ NICHT ESSEN NICHT GEBEN. ###

Wie kann ein Außenstehender/ Angehöriger mit mir umgehen? Zunächst einmal freu ich mich über Offenheit, Direktheit, Menschlichkeit und Gespräche. Bitte zeigt mir, wie es euch mit mir geht, was mein Verhalten in euch auslöst. Seid ehrlich zu euch und zu mir. Dann wünsche ich mir, dass ihr euch klar macht, dass nur ICH alleine mich heilen kann. IHR KÖNNT NUR AN MICH GLAUBEN UND MICH (JE NACH EURER KRAFT) BEGLEITEN. Was ich mir noch wünsche ist, dass ihr mich als Mensch annehmt, nicht als Krankheit. In mir ist noch so viel mehr (auch wenn ich das selbst noch sehr selten sehe und mich noch sehr über die Essstörung definiere). ###

WICHTIGES zum Schluss:

  • Nicht das Essen ist unser Problem
  • Ich habe die Essstörung nicht entwickelt, weil ich Models toll fand
  • Ich habe die Essstörung als Überlebensstrategie entwickelt und lange „gebraucht“ und brauche sie heute wohl auch noch.

 

Ich freue mich über jeden Kontakt, jedes aufrichtige Interesse und wünsche mir mehr LIEBE, VERSTÄNDNIS, GEMEINSCHAFT und FRIEDEN!

Sorgenkind braucht Geborgenheit 

Guten Morgen ihr Volltreffer,
seit dem Coaching mit Kira Siefert gestern habe ich mir vorgenommen meiner kleinen verena ehrlich gemeinte liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken und sie kennenzulernen. Heute morgen habe ich mir etwas Zeit genommen. Dabei kam etwas heraus das mich jetzt echt beschäftigt. Zum einen hatte ich nach dem Gespräch ein Gefühl von inneren Frieden das so wunderschön war. Ich konnte es auch eine Minute fühlen und dabei bleiben 🙂

Nun zu der Begegnung – meine kleine verena hat ungemein Angst davor Kind zu sein, zu spielen und unbekümmert zu sein. Ich habe ihr versprochen dass sie spielen kann und ich ab und an nach ihr sehe. Ich habe ihr zugesprochen, dass egal was passiert ich für sie da bin und sie liebe. Glücklich ist sie dann gegangen. Dann kam dieses tolle Gefühl in mir auf. 

Seither beschäftigt mich aber die Frage – was mache ich als erwachsene verena, kann ich mir vertrauen, Bzw wie komme ich in mein Dasein als erwachsene. 

Ich habe für mich die Erkenntnis gewonnen, dass meine kleine kein Vertrauen in das Leben und in die Erwachsenenwelt hat. Viel zu oft war sie in Situationen völlig allein gelassen, wurde „böse“ überrascht durch Gewalt, tot, verlassen werden, Strafen, Beschimpfung …! Ich finde diese Erkenntnis großartig und kann mir auch jetzt erklären wie die essstörung entstanden ist. Endlich war etwas kontrollierbar und ohne „böse“ Überraschung. Endlich war etwas meins. Diese Erkenntnis ist nicht völlig neu aber das Gefühl dafür und diese klar Bewusstheit ist so neu und wunderschön. Doch jetzt habe ich natürlich Angst dass ich nicht „richtig“ damit umgehe. Ich bin ungeduldig und will sofort eine Änderung. 

Könnt ihr mir vielleicht durch eigenen Erfahrungen sagen wie ihr mit diesen tollen Erkenntnissen umgegangen seid? Wie kann ich an diesem Wissen anknüpfen ohne zu viel Druck aufzubauen und wegen Rückschlägen wieder aufheben? 

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag – seid voller Mitgefühl mit euch! 

Eure verena — stolz.